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7. Aug. 2020, 11:21 Uhr
Stadt

Mehr Lebensräume für Bienen und Hornissen im Waldfriedhof

Im Waldfriedhof lebt eine Vielzahl verschiedener Insektenarten, denn durch die Waldlichtungen und die Pflanzenvielfalt ist der Lebensraum dort ist für Insekten äusserst attraktiv. Einige Arten, wie Bienen und Hornissen, werden von Grün Schaffhausen gezielt gefördert. Die abwechslungsreichen Strukturen im Waldfriedhof mit den zahlreichen Waldlichtungen, der grossen Pflanzenvielfalt und der umweltschonende Unterhalt ohne Einsatz von chemischen Mitteln bieten ideale Lebensbedingungen für viele Insekten. So konnten Interessierte im Waldfriedhof beispielsweise beobachten, wie in einer alten Buche 15 Meter über dem Boden eine Spechthöhle von verschiedenen Tierarten genutzt wurde. Waren es in den ersten Jahren Fledermäuse, die dort einzogen, bevölkerten später Wespen und Hornissen die Höhle. Seit drei Jahren nutzen Honigbienen diesen einmaligen, natürlichen Bau als Behausung, in diesem Jahr sogar mit Untermietern: ein Starenpaar zog dort seine Jungen auf. Im Waldfriedhof wurden spezielle Flächen mit einheimischen Stauden bepflanzt. Die Bienen finden so genügend Blüten, um sich den Honigvorrat für den Winter zu sichern. Fasziniert von der Lebensweise der Bienen beschlossen zwei Mitarbeiter, sich dem Thema näher anzunehmen, mit dem Ziel, Wild - und Honigbienen sowie Hornissen noch stärker zur fördern. Es wurden zwei Bienenkästen (Schilfstrohbeuten) aufgestellt und die Umgebung mit Insektennährgehölzen bepflanzt. Seit dem Frühsommer leben nun zwei Honigbienenvölker bei den Magazinen. Die beiden Mitarbeitenden besuchen in ihrer Freizeit den Imkergrundkurs und pflegen die Bienen nach Feierabend. Die artgerechte Haltung der Bienen in Stroh und Holz ermöglicht ein nachhaltiges Imkern ohne den Einsatz von chemischen Mitteln gegen die Varroamilbe. Stattdessen sollen Nützlinge die Bienen unterstützen. Dass dieses möglich ist, zeigt das Beispiel in der Buche. Für die Hornissen, die grösste einheimische, staatenbildende Wespenart, wurden im Waldfriedhof zwei spezielle Kästen - sogenannte Mündener Hornissenkästen - aufgehängt, da durch die intensive Nutzung der Wälder die natürlichen Nistmöglichkeiten abnehmen. Zwar sind die Nisthilfen bisher noch nicht bewohnt, jedoch sind Hornissen in einen Vogelkasten eingezogen. Diese Massnahmen zeigen, wie die Biodiversität auf Stadtgebiet weiter erhöht werden kann. Auch im Privatgarten können mit einfachen Mitteln Lebensräume für Insekten geschaffen werden. Gärten mit einheimischen Blumen und Sträuchern bieten Nahrung und Lebensraum für Insekten und Vögel. Auch Totholz, Steinhaufen oder eine Wiese bieten wertvolle Lebensräume und machen den Garten zum Paradies für Schmetterlinge, Insekten, Eidechsen Igel und viele mehr. Ansprechpersonen: Gregor Gillner, Fachgruppenleiter Grün Schaffhausen/Friedhöfe
Telefon: +41 52 632 56 70
E-Mail: Gregor.gillner@stsh.ch Felix Guhl, Bereichsleiter Grün Schaffhausen
Telefon: +41 52 632 56 51
E-Mail: felix.guhl@stsh.ch
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